Der Teufelstein am Patersberg

Der Teufelstein am Patersberg

Bei Patersberg hoch über`m Rhein
Auf freiem Feld, da liegt ein Stein
Wie er auf diesen Platz wohl kam?
Woher er seinen Namen nahm?
Die Sage will`s euch weisen.

Vor Vielen, vielen hundert Jahr`
Das Dorf noch ohne Kirche war,
Das wurde sehr bedauert.
Drum regten flink die Hände sie
und schleppten Steine her mit Müh`

Da kam vom Hunsrück drüben her,
Zu sehn was da zu mauern wär,
Der Teufel angeflogen.
Was baut ihr da? Zum Volk er spricht
Und macht ein spitzbübisches Gesicht
Und stellt sich sehr gewogen.

"Ein Wirtshaus, Teufel bauen wir hier
Und lustig drin sein wollen wir
und Singen, zechen, toben!"
Da lacht mit listigem Gesicht,
Der Teufel, und zum Volk er spricht:
"Das Werk, das muß sich loben!"

Doch denk im stillen er für sich:
"Hier gibt es ein Geschäft für mich,
Da helf ich auf der Stelle.
Denn manche Seele wird da mein,
Verschreibt sich mir bei Schnaps und Wein
Und wird dann reif zur Hölle."

Nun Schleppt er Steine, groß und schwer,
Auf seinem breiten Rücken her;
Den Bauern tat`s gefallen
Der Teufel aber macht nicht Rast,
Keucht unter seiner schweren Last
Als fleißigster von allen.

So kam er einmal wieder her,
Mit seinem Stein besonders schwer,
Den er vom Hunsrück brachte.
Danach wie er`s Werk von Ferne schaut,
Er kaum den eignen Augen traut,
Nicht mehr wie sonst er lachte.

Von Zorn verzerrt sich sein Gesicht.
Man hat da gründlich ihn erwischt.
Die Hoffnung sank in Trümmer,
Denn auf die Mauern, sieht er jetzt,
Hat einen Turm man stolz gesetzt:
Ein Wirtshaus wird das nimmer.

Schnell nimmt den Stein vom Rücken er
Und schleudert ihn zur Erde schwer,
Weil man ihn hat betrogen.
Speit nach der Kirche gift`gen Strahl,
Reibt sich den Rücken noch vor Qual
Und ist dann fortgeflogen.

Die Kirche aber steht noch jetzt,
Wo man sie damals hingesetzt,
Und wie sie ward erbauet.
Auch liegt der Stein noch auf dem Feld,
Und er euch diese Mär erzählt,
Hat beide jüngst geschauet.

Geschichten und Bilder rund um die Loreley

Loreley Online, Stand: 02.04.2002, Reckenthäler